{"id":9288,"date":"2022-10-05T15:24:00","date_gmt":"2022-10-05T13:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/ichbindochnichthierumbeliebtzusein.com\/?p=7599"},"modified":"2022-10-05T15:24:00","modified_gmt":"2022-10-05T13:24:00","slug":"229-es-ist-2022-und-job-interviews-werden-immer-noch-gefuehrt-wie-vor-100-jahren-nur-das-gejammer-ueber-fachkraeftemangel-wird-jeden-tag-lauter-reden-wir-doch-mal-ueber-typische-fehler-die-bewerber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ichbindochnichthierumbeliebtzusein.de\/testaufbauwp\/2022\/10\/05\/229-es-ist-2022-und-job-interviews-werden-immer-noch-gefuehrt-wie-vor-100-jahren-nur-das-gejammer-ueber-fachkraeftemangel-wird-jeden-tag-lauter-reden-wir-doch-mal-ueber-typische-fehler-die-bewerber\/","title":{"rendered":"229 Es ist 2022 und Job-Interviews werden immer noch gef\u00fchrt wie vor 100 Jahren. Nur das Gejammer \u00fcber Fachkr\u00e4ftemangel wird jeden Tag lauter! Reden wir doch mal \u00fcber typische Fehler, die Bewerber vertreiben, und zwar weit, weit weg und auf Nimmerwiedersehen&#8230;! Willkommen bei Human Resources (nein, die Realit\u00e4t, nicht Netflix!)"},"content":{"rendered":"<p><i>Ich hatte euch schon mal von <a href=\"https:\/\/ichbindochnichthierumbeliebtzusein.com\/2021\/07\/19\/ich-muss-erst-mal-uberlegen-ob-sie-mir-nicht-zu-viel-reden-mein-skurrilstes-bewerbungsgesprach-ever-unvergessen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">meinem schlimmsten telefonischen Interview<\/a> berichtet. Damals war die Marktlage eine andere. Heute ist es wieder ein Bewerbermarkt. Sprich: die Firmen legen sich ins Zeug, um den Bewerber f\u00fcr das Unternehmen zu begeistern. Und trotzdem platzen viele Gespr\u00e4che und f\u00fchren am Ende nicht zu einem Arbeitsvertrag und einem neuen Mitarbeiter. Und in den meisten F\u00e4llen, weil ein einziger interner Bereich immer noch im Mittelalter h\u00e4ngt und es leider eben auch viel zu viele schlechte Personaler gibt!<\/i><\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-9288-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/zopb4l.podcaster.de\/download\/229_20220922_ichbindochnichthierumbeliebtzusein_com_Jobinterviews_gefuehrt_wie_vor_100_Jahren_geht_gar_nicht_akuelle_Situation.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/zopb4l.podcaster.de\/download\/229_20220922_ichbindochnichthierumbeliebtzusein_com_Jobinterviews_gefuehrt_wie_vor_100_Jahren_geht_gar_nicht_akuelle_Situation.mp3\">https:\/\/zopb4l.podcaster.de\/download\/229_20220922_ichbindochnichthierumbeliebtzusein_com_Jobinterviews_gefuehrt_wie_vor_100_Jahren_geht_gar_nicht_akuelle_Situation.mp3<\/a><\/audio>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Kurze Frage, bevor wir an die wahren Gr\u00fcnde gehen, warum HR in vielen Unternehmen einfach abgeschafft werden kann und es danach und ohne diesen Bereich einfach nur besser werden kann: Eine Bewerbungsunterlage besteht aus Anschreiben, Lebenslauf, eventuell einem Motivationsschreiben und den Anlagen, also Zeugnisse, Zertifikate und all das wichtige Zeugs. Was glaubt ihr, wie lange sich der durchschnittliche Personaler in der Vergangenheit, also bevor der Markt zugunsten der Bewerber sich drehte, f\u00fcr die Erstdurchsicht einer Bewerbung Zeit genommen hat? 15 Minuten? Eine Stunde? Einen halben Tag? Ich l\u00f6se mal kurz: Im Durchschnitt werden nur das Anschreiben und der Lebenslauf zu einem &#8222;Kennenlernen&#8220; herangezogen. Die Zeit daf\u00fcr liegt zwischen 30 Sekunden und maximal drei Minuten.<\/p>\n<p>BITTE? Ja, ihr habt richtig geh\u00f6rt! Der Bewerber sitzt zu Hause, findet die ideale Stelle f\u00fcr seine Ausbildung. Passend auch die Fortbildungen. Und auch die letzten Jahre Profession genau in dem Bereich, der hier gesucht wird. Also ein Anschreiben, dass auf maximal eineinhalb Seiten darlegt, warum man der richtige ist. Erfolgreiche Umsetzung \u00e4hnlicher T\u00e4tigkeiten schildern. Und schon steigt die Vorfreude auf ein Interview.<br>Und jetzt sage ich euch: Schlechte Personaler lesen Anschreiben gar nicht, der Rest ben\u00f6tigt keine 15 Sekunden, um zu glauben, dass er euch auf Basis des bisschen durch gerasterten schon durch und durch kennt. Zack, Schublade auf, Pech gehabt, lieber Bewerber!<\/p>\n<p>Verdauen wir Tiefschlag eins, es geht ja noch weiter. Kommen wir zum Lebenslauf: Wie lange pr\u00fcft ein durchschnittlicher Personaler deinen Lebenslauf? Also, ein Personaler der Art, der bis heute nicht verstanden hat, was das Unternehmen so genau eigentlich macht. Und der auch von den eigentlich ausschreibenden Bereichen in der Firma nur als teure und intern quersubventionierte Last gesehen wird. Und der ja bestenfalls nur abgleicht, ob dein Vorwissen oder deine Ausbildung zu der Ausschreibung passt. Und der sich Zeit nehmen sollte, zu lesen, was du eigentlich schon so gemacht hast.<br>Und warum tut immer jeder so, als g\u00e4be es ganz wichtige Positionen am Ende des Lebenslaufs, wie Hobbys, wenn das sowieso alles \u00fcbersprungen wird, weil noch ganze drei andere Bewerbungsmappen f\u00fcr den Job auf dem Schreibtisch liegen?<br>Zur\u00fcck zur Frage: Wie lange sichtet ein Personaler deinen Lebenslauf?<br>M\u00f6ge Maren Gilzer bitte die erste Sch\u00e4tzung umdrehen&#8230; NEIN, GANZ FALSCH! Wir liegen hier zwischen 45 Sekunden(!) und keinen f\u00fcnf Minuten. Das w\u00fcrde ich gerne mal mit Janina Kugel im Interview diskutieren!<\/p>\n<p>Wieso komme ich jetzt nur nach diesen einleitenden Fakten auf die tagt\u00e4gliche Praxis?<br>Ach ja, genau. Weil es Zeit wird, mal zu diskutieren, wie die durchschnittliche und nicht unbedingt gute HR so arbeitet, egal, ob als Bereich, als Cost Center oder einfach nur auf dem Flur, der sonst leer stehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die seit Jahren geforderte Stabsstelle, die unabh\u00e4ngig auch noch bei der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung aufgeh\u00e4ngt sein sollte? Bei den vielen schlechten Personalern, die ich so kenne, und auch den diversen, die tats\u00e4chlich zumindest den Weg in die obersten Weihen der Firmen geschafft haben, kann ich nur sagen: nein &#8211; lieber ganz weg damit!<\/p>\n<p>Es ist 2022, der Bewerber hat aktuell alle Vorteile auf der Hand, also wie m\u00fcsste eine gute Human Relations, die gegenderte Titulierung unter den hilflosen Human Ressources, also aussehen?<\/p>\n<p>Ehrlich, realistisch und offen. Schafft als Erstes das Anschreiben ab, wenn es f\u00fcr euch nur Altpapier ist. Aber nein, ihr seid alle verkappte und verkante Genies im HR, wer ein Anschreiben in 15 Sekunden durchdringt, ben\u00f6tigt f\u00fcr &#8222;Die Zeit&#8220;, ja, die Zeitung, auch keine 10 Minuten. Aber was von beiden wirklich h\u00e4ngenbleibt, ohne auf zu kurzen Synapsenwegen vergessen oder nach pers\u00f6nlichen Vorlieben oder Pr\u00e4gungen komplett fehlerhaft hineininterpretiert wurde, lassen wir mal. Vielleicht sollten viele HR-Abteilungen wirklich &#8222;Die Zeit&#8220; abonnieren.<\/p>\n<p>Als Zweites, und das baut direkt auf den ersten Punkt auf, legt eure k\u00fcnstliche Arroganz der Unfehlbarkeit und die damit verbundene Unnahbarkeit ab. Ich habe schon HR-ler erlebt, die auf der untersten Sprosse standen und dem Firmenchef gleich mal schlaue Texte dr\u00fccken mussten, auch im Hinblick auf seine Rolle im Unternehmen&#8230; nicht wirklich clever. Aber am schlimmsten sind hier die eigentlichen Wunschkandidaten in HR, die Super-Psychologen und schlimmere Konsorten.<br>Liebe HR, ihr wollt wissen, warum ihr bei Ausschreibungen immer so sp\u00e4t oder nur noch zum Rechtschreibfehler korrigieren hinzugezogen werdet? Hmmm&#8230; ratet mal&#8230;!<\/p>\n<p>Und drittens: Aktuell ist ein Bewerbermarkt. Wie lange warte ich als Bewerber, der drei Bewerbungen rausgeschickt hat, auf eine R\u00fcckmeldung? Drei Tage? Eine Woche? Oder irgendwo dazwischen?<br>Und glaubt mir, nicht jede Bewerbung, die ihr bekommt &#8211; aber was sage ich, das habt ihr nach sieben Sekunden ja schon rausgelesen! &#8211; ist eine auf eine Wunschfirma. Also: Bewerbungen kommen per E-Mail, somit hat bei Eingang bis Mittag nachmittags eine Antwort rauszugehen, sonst am n\u00e4chsten Tag vormittags eine R\u00fcckmeldung von euch zu erfolgen. Und nicht dieses &#8222;blabla Eingang best\u00e4tigen wir blabla melden uns unaufgefordert innerhalb der n\u00e4chsten Dings Wochen blabla!&#8220;. Sonst k\u00f6nnte es sein, dass der Mitbewerber f\u00fcnf Minuten schneller war und der Kandidat vielleicht nicht mal mehr euren Anruf annimmt.<\/p>\n<p>Apropos: was sind das eigentlich f\u00fcr Stellenausschreibungen, die ihr manchmal allen Ernstes inseriert? &#8222;Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens und pr\u00fcfen in Abstimmung mit unserer kompetenten Fachabteilung im Rahmen des Produktproduktionsprozesses die F\u00e4higkeiten und Verbesserungspotentiale f\u00fcr unsere regionalen und \u00fcberregionalen als auch weltweiten Kunden.&#8220; Ist das nun ein Dixie-Klo-Tester oder ein 500.000 \u20ac\/Jahr-Job in der Halbleiterindustrie? Oder hat das Apple so ausgeschrieben? Und lasst bitte diese wunderbaren Worte, die ihr beim letzten \u00fcberregionalen HR-Stammtisch von den &#8222;Gro\u00dfen&#8220; aufgeschnappt habt, weg, wenn euch nicht bekannt ist, was agil bedeutet. Oder Projektmanagement.<\/p>\n<p>Und was spricht, wenn es schon eine Absage werden soll, gegen ein paar warme Worte? Ein bisschen Mitgef\u00fchl, dass es heute auf diese Stelle nicht geklappt hat, man sich aber schon \u00fcber die n\u00e4chste Bewerbung freut? Statt diesem Rechtsabteilungsbl\u00f6dsinnformulierungen a&#8217;la &#8222;m\u00fcssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns anderweitig f\u00fcr einen Kandidaten entschieden haben&#8220;. Kotz, W\u00fcrg, Kraus! Klar haben wir Gesetze, die bei falschen Formulierungen schnell auch einen wirklich schlechten Kandidaten auf diese Position bringen w\u00fcrde. Aber nein, der trickst sich lieber mit Anwalt und einer Summe von 300 bis 750 Euro bei zehn Firmen durch, weil er damit auch wieder ein halbes Jahr leben kann, bevor er erneut Bewerbungen schreiben muss. Also&#8230; habt ihr ne Idee, was da stehen k\u00f6nnte und den Bewerber nicht gleich veranlasst, euch auf seine Rote Liste zu setzen, f\u00fcr die Zukunft?<\/p>\n<p>Ich war vor kurzem in einer virtuellen Runde zu Gast, wo sich die Personaler wieder so wirklich gegenseitig an die Schultern gelehnt und sich \u00fcber die b\u00f6sen, jetzt im Vorteil befindlichen Bewerber ausgekotzt haben. Was die alles wollen. Wie schnell die angeblich schon wieder einen neuen Job haben. Dass sie nur zu namhaften Firmen wollen, die l\u00e4ndliche Region ist ihnen v\u00f6llig egal. Und dass viele sich auf Schreiben, egal ob E-Mail oder Post &#8211; nein, man schreibt heute nicht mehr per Post bei Antworten auf Bewerbungen! &#8211; gar nicht mehr zur\u00fcckmelden oder telefonisch nicht mehr greifbar sind.<br>Ja, das ist ein Ph\u00e4nomen aus der Dating-Branche, das manch einer auch besser auf seine Exfrau, bevor sie diesen Titel abgreifen konnte, anwenden h\u00e4tte sollen: einfach nicht mehr zur\u00fcckmelden. Ghosting. Unsichtbar werden und bleiben, egal, wie viele Anrufe, E-Mails, Anfragen, Bettelmailboxnachrichten und verzweifelte R\u00fcckrufangebote auflaufen. Seht es ein: nach all eurer umfangreichen Arbeit, in unter 15 Minuten DEN zuk\u00fcnftigen Mitarbeiter gefunden zu haben, und nun geht er nicht ans Telefon und reagiert auf keine Mails? Leute, der hat einfach was Besseres gefunden und jetzt keinen Bock auf bl\u00f6de Diskussionen mit schlechten Personalern! Daher: &#8222;Die gew\u00e4hlte Nummer ist leider nicht vergeben, bitte rufen Sie die Auskunft an!&#8220;.<\/p>\n<p>Und, bitte, bitte, bitte, passt auf, wenn das Schlagwort &#8222;KI&#8220; euch goldene Bewerberwiesen mit Milch, Honig und ganz wenig Arbeit verspricht. Zum Beispiel in Form von Stimmanalyse bei Erstkontaktanrufen. Oder die Vollpsychologenauswertung des Lebenslaufs. Macht mal einen Test: Googelt einen Serienm\u00f6rder, idealerweise mit Berufserfahrung. bevor er das Metier gewechselt hat, und schmei\u00dft die Daten in die KI &#8211; Gl\u00fcckwunsch zum neuen Mitarbeiter! Denkt man dar\u00fcber nach &#8211; und testet es selbst, mir glaubt ja eh keiner! Und, ja, noch eine Spitzfindigkeit, die euch sonst intern eiskalt erwischen k\u00f6nnte: hei\u00dft es HR oder AIR? In vielen F\u00e4llen geben schlechte HRler nur ihre Verantwortung auf &#8222;Maschinen&#8220; ab, um somit bisherige schlechte Entscheidungen vom Tisch zu bekommen und ihr eigenes Unverm\u00f6gen auch weiterhin&nbsp;unter den Teppich kehren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Einen hab\u2019 ich noch, dazu habe ich auch schon einen kompletten Blog geschrieben: <a href=\"https:\/\/ichbindochnichthierumbeliebtzusein.com\/2022\/07\/20\/218-die-neueste-sanfte-erpressungsmasche-ideenloser-personalbereiche-kununu-beitraege-zum-bewerbungsgespraech-die-allerdings-voellig-wertlos-sind\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bewertungsportale<\/a>.<br>Viele Firmen halten Bewerber, die alle mindestens ein technisches Start-up erfolgreich an SAP oder Microsoft verkauft haben m\u00fcssen und die von Assembler bis Python alles aus dem Effeff programmieren k\u00f6nnen, f\u00fcr komplett bescheuert. Und den ganzen normalen Rest an Menschen auch.<\/p>\n<p>Wenn ein Bewerber eine Firma pr\u00fcft &#8211; und das eben in mehr als f\u00fcnf Minuten, liebe HRler! -, dann ist eine Suchmaschine ein guter Anfang. Und auch Bewertungsportale. Das pers\u00f6nliche Netzwerk, erschreckend, wer \u00fcber wie viele Ecken jemand kennt, der da arbeitet oder gearbeitet hat und was der zu erz\u00e4hlen wei\u00df! Aber noch viel d\u00fcmmer sind Bewertungsportale. Wochenlang nicht eine einzige neue Bewertung und dann fallen zehn absolute f\u00fcnf Sterne Ergebnisse innerhalb zwei Tagen ins Internet? Oder was ich in meinem <a href=\"https:\/\/ichbindochnichthierumbeliebtzusein.com\/2022\/07\/20\/218-die-neueste-sanfte-erpressungsmasche-ideenloser-personalbereiche-kununu-beitraege-zum-bewerbungsgespraech-die-allerdings-voellig-wertlos-sind\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blog<\/a> schon geschrieben habe: Eine Beurteilung \u00fcber den Hergang eines ersten superduperschei\u00dfeistderLadengeil-Bewerbungsgespr\u00e4chs als kleines Drohmittel f\u00fcr den weiteren Ablauf des Prozesses? Drauf geschissen, HR!<br>Viel interessanter w\u00e4re es, wenn kununu und all die anderen Luftschlossverbreiter eine unabh\u00e4ngige Nachbewertung durch den urspr\u00fcnglichen Autor erlauben. Zum Beispiel nach dem Zweitgespr\u00e4ch, sollte es, dank der tollen Online-Bewertung, \u00fcberhaupt stattgefunden haben &#8211; und gerade auch bei einem pl\u00f6tzlichen Nein nach positiver Bewertung. DAS muss auf die Portale.<br>Oder ob eine Bewertung von damals f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter auch noch Bestand hat &#8211; oder ob man nun lieber ein anderes Unternehmen bewerten m\u00f6chte&#8230; Kurz gesagt, mit all meiner \u00dcbertreibung, die ich schon im Web erleben durfte: monatelang nix im Netz und dann 50 (!) neue Topbewertungen an einem Tag, die sich alle aus einem unbekannten Grund fast gleich anh\u00f6ren? Ja, doch, genau da will ich arbeiten!<\/p>\n<p>Was aber machen, wenn in meiner Firma, wie eben in den meisten, eine schlechte HR-Abteilung ungebremst ihr Unwesen treiben darf?&nbsp;<br>Ich wandle meinen Standardsatz daf\u00fcr ein wenig ab: Mitarbeiter kommen wegen der Firma und gehen wegen schlechten F\u00fchrungskr\u00e4ften und dank HR. Gute Leute werden aktuell \u00fcberall gebraucht, also nicht zwangsweise in dem bisherigen Unternehmen. Und wenn du nun in einer schlechten HR-Abteilung gefangen bist? Gehen! Es ist Bewerbermarkt! Und, was ich auch schon geh\u00f6rt habe: Ich bin ein Mann im HR, ich finde woanders doch nix mehr. Quatsch! Keine R\u00fccksicht auf Frauenquote, ich habe schon viele ausgezeichnete Kerle in der Personalabteilung erlebt, die die Arroganz so mancher Frau im Zehnerpack durch nur einen Satz &#8222;ausgespielt&#8220; haben.<\/p>\n<p>Schade nur, dass HR, wenn es darauf ankommt, den Schwanz einzieht. Beispiel gef\u00e4llig? Wenn sich dem Firmenchef der Kamm aufstellt, und er unbedingt das Gespr\u00e4ch mit neuen hochrangigen Senior-F\u00fchrungskr\u00e4ften f\u00fchren will. Und HR nur als Gast ruhig und gelangweilt dabei sitzt.<br>Noch prickelnder, wenn es dabei um einen neuen Chef von HR geht. Oder vielleicht sogar einen Vorstand, wobei das nur die Besten schaffen.&nbsp;<br>Und besonders wichtig w\u00e4re der Einsatz von HR, wenn in so einem Vorstellungsgespr\u00e4ch die Wechselfrage kommt. Gefolgt von Aussagen \u00fcber die letzten Jahre und die t\u00e4glichen ICE-Fahrten &#8211; ja, jammer, jammer, mit BahnCard 100, 1. Klasse, auf Kosten des Arbeitgebers.<br>Und dann noch die Aussage, dass das Problem die Familie ist, da diese eben hier den Wohnort hat und nicht am Platz der eigentlichen Arbeit und man so t\u00e4glich 2x knapp 190 Kilometer zur\u00fccklegen muss &#8211; und das schon seit Jahren so handhabt. Da f\u00e4llt mir gleich eine Gegenfrage ein: Schon mal was von Umzug geh\u00f6rt? Und schon beginnt das Spiel der unsinnigen Argumente seitens des Mitarbeiters &#8211; und so einen Quatsch soll ich mir dann t\u00e4glich anh\u00f6ren, wenn man die dann einstellt &#8211; weil der CEO ungebremst mitmachen will? Und wieso muss nun auch jede nach Einstellung pl\u00f6tzlich einen X5 M konfigurieren, wenn sie pl\u00f6tzlich nur noch, statt eben 200 Kilometer einfach, keine 10 Kilometer mehr hat?<\/p>\n<p>Ich kann euch, auch in der aktuellen Zeit, nur empfehlen: seit Dienstleister im Unternehmen, aber im Hinblick auf eure Kunden. Das sind nicht die ausschreibenden Abteilungen, die ben\u00f6tigen euch nur, damit das interne Kauderwelsch allgemeinverst\u00e4ndlich an den Mann gebracht werden kann. Eure Kunden sind im Bewerberprozess die Bewerber! Und die haben Wertsch\u00e4tzung und auch einen besseren Umgang als 45 Sekunden oder maximal 20 Minuten f\u00fcr ein &#8222;Profil&#8220; verdient &#8211; oder sie bekommen es eben bei jemand anderem oder schlimmstenfalls eurem Konkurrenten.<\/p>\n<p>Wenn euch das zu viel Arbeit ist, schaut doch mal, ob ihr nicht ein paar Ehemalige zur\u00fcckgewinnen k\u00f6nnt. Oh, aktive Arbeit, E-Mail oder Handynummer finden&#8230; kleiner Tipp: Netzwerkportale oder schlimmstenfalls Facebook, anschreiben, abwarten, gute Arbeit machen!<\/p>\n<p>Und wenn, vielleicht sogar ohne Zutun eurer HR, sich partout keine Leute bei euch \u00fcber extern gewinnen lassen &#8211; schult doch einfach, was da ist! Soll ja auch schon in manch anderen Firmen geklappt haben, sich die Kompetenzen und das Wissen einfach intern anschulen lassen und die Gehaltsstufen gleich mit bef\u00fcllen. Oh, sorry, das war euch jetzt zu banal, ich verstehe.<\/p>\n<p>Und, wenn ihr es wirklich zum Nichtstun in einem Gro\u00dfkonzern geschafft habt, seid doch einfach die HR-Stelle, die am schnellsten und als Erster angefangen hat, in Nachbarabteilungen die Leute abzuwerben. Und die sich das Schreiben des panischen Abteilungsleiters oder Direktors mit stolzer Brust an die Wand h\u00e4ngen, dass ab sofort und als Weisung des Vorstands dieses Vorgehen nun zu unterlassen sei. Apropos: Weglaufen, wenn ein modernes Unternehmen noch Direktionsposten zu vergeben hat!<\/p>\n<p>Nach all meinen unqualifizierten, da ich mir einen richtigen Job und eben nicht HR gesucht habe, \u00c4u\u00dferungen habt ihr in den jeweiligen HR vielleicht nun auch noch weitere Ideen, ganz egal, ob die auf meinen aufbauen oder von Google kommen. Oder von einem Fachartikel oder einem wirklich guten Personaler, nicht wahr, Frau Kugel?<\/p>\n<p>Und wenn nur einer ob meines Textes jetzt aufwacht und ein Einsehen hat und sich bessert, m\u00f6chte ich nicht wissen, wie viele Neu-Einstellungen dann besser laufen. Auch wenn ich hier mit diesen, wenn auch sehr zynisch-\u00fcbertriebenen und doch gr\u00f6\u00dftenteils der Wahrheit meiner beruflichen Laufbahn entsprechenden Erfahrungen und Schilderungen aufwarte. Und wie viele zufriedene Mitarbeiter damit auf die richtigen Positionen eingestellt werden.&nbsp;<\/p>\n<p>Gl\u00fcck auf!<\/p>\n<p><\/p>\n<pre style=\"text-align: center;\"><em>PodCast abonnieren: | <\/em><em><a href=\"https:\/\/zopb4l.podcaster.de\/steveschutzbier.rss\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">direkt<\/a><\/em><em> | <\/em><em><a href=\"https:\/\/itunes.apple.com\/de\/podcast\/ichbindochnichthierumbeliebtzusein-com-blogpost-in\/id1397425487?mt=2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">iTunes<\/a><\/em><em> | <\/em><em><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/7aD22F9FGdLmRXaCP1uL3N\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Spotify<\/a><\/em><em> | <\/em><em><a href=\"https:\/\/www.google.com\/podcasts?feed=aHR0cHM6Ly9wY3IuYXBwbGUuY29tL2lkMTM5NzQyNTQ4Nw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Google<\/a><\/em><em> | <a href=\"https:\/\/music.amazon.de\/podcasts\/6df823b8-d073-4dcd-8b45-c349bfe77c78\/Der-ichbindochnichthierumbeliebtzuseincom-PodCast-Technik-Gadgets-Meinungen-und-aktuelle-Themen-die-das-Netz-und-die-Welt-bewegen-von-Steve-Schutzbier\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">amazon<\/a> |\nSTOLZ PRODUZIERT UND AUFGENOMMEN MIT <a href=\"https:\/\/ultraschall.fm\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ultraschall5<\/a>\n<\/em><\/pre>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright is-resized size-full\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/ichbindochnichthierumbeliebtzusein.de\/testaufbauwp\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210720-Ultraschall-Aufkleber-e1631027719599.png?resize=81%2C36&#038;ssl=1\" alt=\"Made with Ultraschall \/ Logo-Quelle ultraschall.fm\" class=\"wp-image-5279\" width=\"81\" height=\"36\"\/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieso haben sich Personalgespr\u00e4che in den letzten Jahrzehnten so gar nicht ge\u00e4ndert? Und was bedeutet der aktuelle Bewerbermarkt f\u00fcr HR? Und wie m\u00fcsste sich der typische Personalbereich \u00e4ndern, um auch im Unternehmen an Ansehen gewinnen? Nicht alles l\u00e4sst sich sofort \u00e4ndern, aber einiges ist sch\u00f6n langsam mehr als nur wichtig&#8230;!<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Oje, wir haben Bewerbermarkt - und viele HR-Stellen arbeiten immer noch so, als m\u00fcssten die Bewerber dankbar sein, f\u00fcr eine R\u00fcckmeldung oder gar eine Einladung! 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